Eckardtskirche

Die Eckardtskirche im Jahr 1903.

Die Grundsteinlegung der Eckardtskirche führt uns in das Jahr 1889 zurück. Zu der noch jungen Betheler Zweiganstalt in der Senne gehörten bereits verschiedene Einrichtungen. Hier lebten Männer, die arbeits- und wohnungslos waren, eine Epilepsie oder psychische Erkrankung hatten oder alkoholkrank waren. Nach und nach entwickelten sich die einzelnen verstreut liegenden Höfe und Häuser zu einer Siedlung. Kernelemente einer diakonischen Einrichtung, wie Friedhof und Kirche, gehörten selbstverständlich dazu.

Seit 1888 gab es den Friedhof, neben der Kirche wurde 1897 das Pfarrhaus gebaut. Der Standort der Kirche bildete fast den zentralen Punkt der ersten Höfe, die in der Senne angekauft wurden und auf denen dann die Arbeiterkolonie und die ersten Heil- und Pflegehäuser entstanden.

Innenaufnahme der Eckardtskirche Anfang der 1930er Jahre.

Zunächst hieß das Gotteshaus Eckardtskapelle. Von dem ursprünglichen Bau ist kaum noch etwas erhalten. Das heutige äußere Erscheinungsbild der Eckardtskirche ist auf das Jahr 1961 zurückzuführen. Durch Um-, An- und Erweiterungsbauten wurde die Kirche immer wieder den aktuellen Bedürfnissen angepasst. Sie ist bauliches Zeugnis einer stetig wachsenden Anstalt. Von anfangs rund 250 Plätzen wuchs die Eckardtskirche auf 1.500 Plätze im Jahr 1961. Benannt ist die Kirche nach dem verstorbenen Ehemann der Witwe Rosine Eckardt aus Naumburg a.d. Saale. Sie hatte für den Bau einer Kapelle 6.000 Mark gestiftet. Im Februar 1899 ging der Name auf die gesamte Anstalt über. Zwei Jahre zuvor hatte die Zweiganstalt einen eigenen Pfarrer und Leiter bekommen. Bis dahin oblag dem Betheler Anstaltsleiter Friedrich von Bodelschwingh d.Ä. die seelsorgliche Betreuung und die Leitung.

 

Vor und neben der Kirche fanden über viele Jahre hinweg die Jahresfeste statt, die seit 1956 nicht mehr zusammen in Bethel gefeiert wurden. Später kamen beliebte Veranstaltungen wie das Jekamifest und der überregional bekannte Weihnachtsmarkt hinzu. Der Weihnachtsmarkt hatte in einigen Jahren bis zu 60.000 Besucher. Er wurde inzwischen durch den kleineren „Adventszauber“ ersetzt. Neben dem viel beachteten Sommerfest „Eckardtsheim mittendrin!“ gibt es auch noch kleinere Veranstaltungen wie die Kunstausstellung im Herbst oder den Frühjahrs- und Herbstputz.

Tipp: Der weitläufige Friedhof hinter der Kirche bildet mit seiner Parkfläche eine würdige Ruhestätte für die verstorbenen Einwohner und Einwohnerinnen Eckardtsheims. Hier laden einige Gräber dazu ein, sich mit der Geschichte von Eckardtsheim vertraut zu machen.

Das heutige Erscheinungsbild der Eckardtskirche ist auf das Jahr 1961 zurückzuführen.